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Der schwarze Schwan

 

Im Zentrum dieser schweren Zeit stehen aus meiner Sicht letztlich anthropologische Fragen. Besonders die Erkenntnisfähigkeit, die Wahrnehmungsfähigkeit und die Möglichkeit von Autonomie in Denken und Urteilen des Menschen stehen auf dem Prüfstand unter dem Horizont von Mündigkeit und Vernunft.

 

Der Philosoph Karl Popper lehnte die verbreitete, weithin in der Wissenschaft anerkannte positivistisch-induktivistische Sicht ab. Diese Herangehensweise an wissenschaftliche Fragen erscheint letztlich unpraktikabel. Von Einzelsachverhalten durch Verallgemeinerungsschlüsse auf übergeordnete Theorien oder gar Gesetzmäßigkeiten zu schließen führt zu einer „unendlichen“ Katalogisierung dieser Einzelfälle, ohne je zu einer, allen vorgefundenen Einzelfällen gemeinsamen Struktur vorzustoßen. Entweder man verzichtet bei der Sichtung der Sachverhalte auf Vollständigkeit oder gestattet so große Abweichungen, dass das Ergebnis sehr fragwürdig wird. Schon David Hume bestritt aus logischen Erwägungen, dass man aus Einzelfällen auf dem Weg der Induktion zu einem allgemeingültigen Gesetz kommen könne. Popper schlägt vor, den Prozess umzudrehen. Er wählt den Weg der Deduktion: Das Schließen von einer Theorie auf den Einzelfall. Dabei soll jedes Ergebnis als vorläufig betrachtet werden. Denn sobald man bei seinen Forschungen auf ein, von der Theorie abweichendes Phänomen stößt, muss die These revidiert werden. Aus dieser Perspektive erscheinen wissenschaftliche Theorien allenfalls als vorläufige, unsichere Spekulationen. Daraus leitete Popper eine neue Methode ab: die Falsifikation. Die Aufgabe des Forschers besteht demgemäß darin, seine These oder Theorie immer wieder durch neue Ansätze oder Infragestellungen auf ihr Standhalten hin zu überprüfen. Die empirische Wissenschaft wird so zu einem andauernden Prozess der Suche nach widersprechenden Beobachtungen. Die dadurch erfolgende Infragestellung sieht er als Motor der Wissenschaft. Popper nannte seine Methode „empirische Falsifikation“.

Nebenbei bemerkt, wenn der Leiter des RKI, Wieler, öffentlich verkündet, er und seine Wissenschaftler hätten eine endgültige, nicht mehr revidierbare Sicht auf die epidemiologische Lage, dann ist das, wie an anderer Stelle schon gesagt, die öffentliche Proklamation des Endes der Wissenschaft, die nunmehr abgelöst wird vom Zeitalter der ad hoc Wahrheit, der Gewissheit per ordre du Mufti.

Zurück zu Popper: Sein Beispiel für die Methode der empirischen Falsifikation beschreibt die Metapher vom „schwarzen Schwan“.

Angenommen die Wissenschaft formuliert die Theorie, nach der alle Schwäne weiß sind. Nach der alten induktiven Methode machen sich nun die Forscher auf die Suche nach allen weißen Schwänen, um so zu beweisen, dass alle Schwäne weiß sind. Die Aufgabe ist unlösbar. Wie soll man alleine garantieren alle weißen Schwäne gefunden zu haben?

Stattdessen suchen die Wissenschaftler gemäß Poppers Methode nach Abweichungen von der Theorie. Solange sie keine finden, darf die Theorie weiterhin Geltung beanspruchen. Aber schon ein „schwarzer Schwan“, eine Abweichung von der postulierten Gesetzmäßigkeit der Theorie, falsifiziert die Regel.

Alle Schwäne sind weiß, das ist die These. Jetzt überprüfe ich diese These in der Realität. Wir setzen voraus, dass ich jeden Zugriff auf diesen Sachverhalt habe. Finde ich einen schwarzen Schwan ist die These als falsch erwiesen. Ein schwarzer Schwan genügt.

Damit stimmt die Theorie nicht. Man muss weiter forschen, um sich in einem neuen Versuch einer „wahren“ Aussage anzunähern.

 

Noch einmal kurz zum gegenwärtigen Geschehen. Eine Wissenschaft, die so weit geht, jeden Diskurs über die eigenen Theorien zu verweigern, führt sich selbst ad absurdum. Ihr geht es nur noch um Glaubensüberzeugungen. Diese Art pervertierter Wissenschaft muss jeden Andersdenkenden als Feind betrachten. Sie muss jede andere Meinung bekämpfen. Hierbei spielen auch gewaltige psychologische Probleme eine Rolle, die an anderer Stelle beschrieben werden sollen.

 

Das WHO und die damit zusammenhängenden Interessengemeinschaften, das dazu gehörende Führungspersonal fast aller Staaten der Welt und die Großinquisitoren der Narrative und Frames der öffentlichen Meinung haben sich auf eine Theorie festgelegt. Sie gehen den Weg der Deduktion, allerdings mit durch und durch betrügerischen Methoden, indem sie nämlich behaupten, alle Beweise und Sachverhalte, die sie finden und untersuchen, stützten nur ihre Theorie. Alle anderen Funde werden ausgeblendet, verleugnet oder diffamiert. Nur das fließt in die Beweisführung ein, was der Theorie kohärent und kompatibel ist. Die ganze Beweisführung basiert auf den festgelegten Prämissen. Ganz ähnlich dem Gottesbeweis, der nur dann Sinn macht, wenn zunächst die Tatsache Gottes als Prämisse festgelegt worden ist.

 

Dazu fällt mir Paul Watzlawicks Geschichte von dem Mann ein, der laut in die Hände klatschend durch die Straßen geht. Ein anderer Mann, der ihn sieht, fragt ihn voller Staunen, was denn sein seltsames Verhalten bedeute, warum er so in die Hände klatschend durch die Stadt laufe. Darauf antwortet der Mann: „Mit dem Klatschen vertreibe ich die Elefanten, die hier sonst den Verkehr behindern würden.“ Darauf der andere: „Aber hier sind doch gar keine Elefanten“. „Da sehen sie, wie erfolgreich ich die Elefanten vertreibe“ triumphiert der Klatscher.

 

Der erkenntnistheoretische Exkurs um Poppers „schwarzen Schwan“ weist auf ein überaus störendes Problem für die „Shareholder“ der Word Health Organisation und in der Folge all die Länder, die sich nach deren Warnungen, Empfehlungen und Anweisungen richten und rund um diese Agenda regiert werden.

 

Die Gründe, warum die Länder das im Einzelnen tun, werden jetzt nicht untersucht. 

Allerdings möchte ich ein Beispiel dafür nennen, wie so ein Grund aussehen kann.

Bolivien: In Bolivien dienen die Maßnahmen dem Zweck, eine verängstigte Bevölkerung nach Gutdünken und natürlich zum Erhalt von Macht zu reglementieren, manipulieren und gewissermaßen kollektiv in Haft zu nehmen, so dass eine Putschregierung weitermachen kann. Mit den sogenannten „Epidemie-Eindämmungs-Maßnahmen“ wird jeder Widerstand des Volkes unterdrückt. Mit dem weltweit erfolgreichen Schreckensszenario eines Killer-Virus bleibt die Junta an der Macht. Ich habe mich mit dieser Situation in Bolivien nicht weitergehend beschäftigt. Das Muster dieses Vorgehens lässt sich aber in all den Ländern wiedererkennen, die den Weg von Propaganda, rechtlich zweifelhaften Erlässen und angsterzeugenden Lügen heute so erfolgreich gehen.

Wer näheres dazu wissen möchte:

Bolivien: Wie die Corona-Pandemie der Putschregierung zum Machterhalt dient | Telepolis

 

Also, worin besteht also das Problem „schwarzer Schwan“ für die WHO und Konsorten? Sie haben das Problem mit ihren eigenen Prämissen geschaffen. Ihre Theorie besagt, dass der von ihr propagierte Umgang mit der von ihr ausgerufenen Pandemie, verursacht durch den Erreger SarsCov2 und die von ihm ausgelöste tödliche Krankheit Covid19, bekannt als „Corona“, alternativlos ist.

Und das weiterhin, ein Nichteinhalten der daraus resultieren Maßnahmen, insbesondere einem umfassender Lockdown mit all seinen Auswirkungsebenen, dazu führen wird, den Tod von Millionen Menschen zu verursachen.

Da hat man sich gewissermaßen stark „aus dem Fenster gelehnt“, was ja stets die Gefahr mit sich bringt, das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen.

Denn das ist eine sehr starke Vorhersage. Man erinnere sich an die sehr hohen Toten- und Krankheitszahlen, die von Drosten und in der Folge von den, unter dem Zeichen der WHO, vereinigten Kämpfern gegen das Virus, also das Führungspersonal der Mehrzahl aller Staaten, angekündigt wurden.

Und noch einmal: unverzichtbarer Teil ist das Narrativ einer weltweiten Pandemie durch einen „Killer-Virus“, die nur durch die gemeinsame entschlossene Reaktion des kompetenten Führungspersonals aller Länder aufgehalten werden kann. Sonst müssen alle Länder mit Krankheit und Tod vieler Bürger rechnen.

 

Ein Land wie Weißrussland wird zum schwarzen Schwan, da die Regierung von Weißrussland von Anfang an konsequent alle von der WHO Allianz als überlebenswichtig geforderten Maßnahmen verweigert hat.

Die WHO hatte sich auf ihre weltweiten Untergangsszenarien festgelegt.

Aber anstatt in prognostizierten oder, besser noch, angedrohten, seuchenbedingten Tod und Elend unterzugehen, geht es den Menschen (zumindest) gesundheitlich sehr gut in Weißrussland. Um die politischen Verhältnisse scheint es nicht so gut zu stehen. Aber davon weiss ich nichts.

Auf jeden Fall muss Weißrussland als Renegat gegen die WHO mit massiver schlechter Presse rechnen. Die „Welt“ sucht nach Wegen, die „unverschämte“ Infragestellung ihres einheitlichen Schreckensnarrativs durch das arme Weißrussland zu bestrafen. Aber es gibt noch weitere „Ausreißer“ aus der Corona-Einheitsfront wie Japan und Schweden. Große Teile von Afrika scheinen auch nicht von der umfassenden Prognose der WHO betroffen zu sein.

So ist zuletzt von einem ganzen Trupp von schwarzen Schwänen zu reden. Die Theorie der WHO und Konsorten ist falsifiziert. Und das sollte nicht sein.

 

Deshalb finde ich den Bericht der Belarussischen Staatsmedien über Bestechung ziemlich plausibel. Der Bestechungsversuch von WHO und Konsorten sollte einen „schwarzen Schwan“ eliminieren. Denn wenn Weißrussland sich darauf eingelassen hätte, gegen Geld einen ruinösen Lockdown über ihr Land zu verhängen, wäre diese Infragestellung verschwunden. Allerdings erscheint das zunächst mickrige Angebot von 20 Millionen Euro oder Dollar wieder ein Beleg für die unfassbare Arroganz des Welt-Führungspersonals. Die Junker versuchten einmal mehr, ihre Bauern mit einem Taschengeld abzuspeisen.

Außerdem wäre ja selbst dann, wenn dieser Coup geklappt hätte, das Problem mit dem unverschämten, renitenten Schweden noch nicht gelöst gewesen. Da bleibt weiterhin nur Diffamieren und Verschweigen. Aber darin ist das Führungspersonal ja mittlerweile sehr erprobt.

 

Vielleicht hat die WHO und die ihr angeschlossenen Interessensverbände von Staaten bis zu Einzelpersonen auch andernorts das Einsetzen von Corona-Maßnahmen durch Geld herbeigeführt. Es wäre zweifellos spannend und sinnvoll auch den Zeitpunkt und die Umstände des Einsetzens von Lockdown-Maßnahmen in anderen Ländern zu untersuchen und eventuell mit Kontobewegungen zu vergleichen. Vielleicht fänden sich ja Fälle von Korruption. Die Zeit dafür wird noch kommen.

 

Aus Sicht vieler Beteiligten aus der Wirtschaft bleibt es aber dabei: Jede Form von Korruption im Zusammenhang mit den Lockdown Maßnahmen lohnt sich. Im Verhältnis zu den unfassbaren Profiten der weltweiten Gesundheitsindustrie erscheint eine Milliarde hier und da als gut investiertes Geld.

 

Mehr zu dem Vorgang finden Sie im Internet. Hier ein Link, der zu offiziellen Bekanntmachungen der weißrussischen Regierung führt:

Belarus president unwilling to accept additional terms to get foreign loans