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kurze und sehr kurze Texte

5.10.2020

Unsere beruhigende Überzeugung, dass die Welt einen Sinn hat, ruht auf dem sicheren Fundament unserer beinahe unbegrenzten Fähigkeit, die eigene Unwissenheit zu ignorieren. Für unsere Vorfahren in einer sehr gefährlichen Welt war das sogar ein Überlebensvorteil, weil sonst wären sie vielleicht in dem dauernden Bewusstsein ihrer Fragilität und der vielen „Zähne“ um sie herum verrückt geworden. Aber, jetzt denke ich gerade an ihre Urenkel, also uns:  vielleicht sind sie ja verrückt geworden.

 

5.10.2020

Wir werden es erleben. Sobald sich die momentane Sicht auf die Welt verliert (ganz egal, wie lange wir das geglaubt haben und wie fest auch immer wir davon überzeugt waren und was auch immer zu dieser Veränderung geführt hat) wird folgendes geschehen: man wird einen Großteil der Fähigkeit verlieren, sich an das zu erinnern, was man glaubte, ehe sich diese Sicht veränderte. Lasst es uns sie dereinst nicht vergessen!

 

28.9.2020

Die moderne Physik hat die Materie zu etwas Irrationalem gemacht. Die Dinge der Welt wurden zu einem Geheimnis, zu dem genau diese Physiker alleine den Zugang haben.

 

18.8.2020

"Es ist einfacher die Leute zu täuschen, als sie davon zu überzeugen, dass sie getäuscht wurden."

Mark Twain

 

5.8.2020

„Es ist klar, dass jeder, der einen Menschen, seinen Bruder, wegen dessen abweichender Meinung verfolgt, eine erbärmliche Kreatur ist.“  - Voltaire, 1764 -?

 

29.6.2020

Wer in einer Situation, die so weitgehenden Konsequenzen für das eigene Leben und das Leben anderer hat, nicht alles Wege beschreitet, um zu einer eigenen Einschätzung zu gelangen, verharrt in Unmündigkeit. Derjenige kann sich nicht ernstlich beklagen, als Unmündiger behandelt zu werden.

Wer nicht alle Anstrengungen auf sich nimmt, um seine Urteilsfähigkeit und damit Mündigkeit zu erlangen, trägt einen Teil der Schuld an der Situation.

 

In den dunklen Zeiten des Mittelalters lebten die Menschen voller Angst vor Dunklen Mächten.

In Not und Elend, Krankheit und Tod, so glaubten sie, zeige sich das böse Wirken des Teufels. 

Den Himmel bekümmerte die Angst der Menschen. Er sandte einen Engel aus, den Menschen zu verkünden, dass sie irrten. Der Engel riet ihnen, sich aus der Angst zu lösen und sich mit freiem Herzen um die Dinge ihres Lebens zu kümmern. Es gebe keinen Teufel, schloss er seine frohe Botschaft.

Da sagten die Menschen, der da spricht, dass muss der Teufel sein.

 

 

15.6.2020

„Zum Begriff Fakten: Objektivität ist die Wahnvorstellung, Beobachtungen könnten ohne Beobachter gemacht werden.“

 

 

20.5.2020

„Jemand, der gar nicht weiß, dass es etwas zu wissen und zu verstehen gibt, ist überzeugt, dass die Grenzen seines Wissens und Verstehens die Grenzen des Wissens und Verstehens schlechthin sind und somit andere auch nicht mehr wissen oder verstehen können als er selbst.“

Rainer Mausfeld, emeritierter Professor für allgemeine Psychologie an der Universität Kiel

 

 

19.5.2020

„infektiöses Irresein“

Was heute Vielerorts wahrnehmbar ist, entspricht einer induzierten* wahnhaften Störung. Es handelt sich um eine Massenpsychose. Man könnte es auch als ein „infektiöses Irresein“ bezeichnen.

In diesem Symptomkreis gilt als diagnostisches Kennzeichen eine mangelnde Krankheitseinsicht. Das unterscheidet dieses Geschehen von einer Neurose. Der Neurotiker weiss um seine neurotischen Strukturen. Oftmals leidet er darunter und will sich von diesen befreien. 

Im Gegensatz dazu drängt die induzierte wahnhafte Störung auf Übertragung. Sie ist immun gegenüber anderen Perspektiven, reagiert auf Infragestellung feindselig. Man könnte sogar sagen, die induzierte wahnhafte Störung immunisiert gegenüber der Wirklichkeit.

*induziert: durch äußere Umstände herbeigeführt

...ist das nicht wieder ein perfektes Bild für die, von einem Virus, befallene Zelle...

 

 

6.5.2020

Der neue Egoismus

ich liebe dich

ich sorge mich um dich

ich kümmere mich gut um dich

ich helfe dir, alle Laster und Krankheiten loszuwerden

ich tue alles für deine Gesundheit

damit du nicht von einem Erreger befallen wirst,

DER MIR DANN SCHADEN KANN

Je länger ich den Gedanken weiterentwickele, desto unschöner werden die  Konsequenzen.

 

 

5. Mai 2020

Wenn wir lange genug belogen wurden, neigen wir dazu, jeden Beweis dafür abzulehnen, dass es sich um eine Lüge handelt.

Wir verweigern und verleugnen die Wahrheit und greifen denjenigen an, der uns auf die Lüge aufmerksam macht.

Wir haben kein Interesse, die Wahrheit kennenzulernen.

Die Wahrheit macht zunehmend Angst.

Wir sind im Griff der Lüge.

Wir sind nur noch Ausübung als Erscheinung der Lüge.

Diese Erkenntnis führt zu einer unerträglichen Kränkung!

Für allzu viele ist es zu schmerzlich, zuzugeben, besonders sich selbst gegenüber, dass wir so leicht zu belügen sind.

Um den mit der Selbsterkenntnis verbundenen Gesichtsverlust zu vermeiden, bleiben wir bei der Lüge.

Dafür opfern wir Leib und Leben.

Und leider nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben derer, die nicht mitlügen.

 

 

30. April 2020

Kennzeichen für einen totalitären Staat

Von Seiten der Staatsgewalt

Sinnlose und für die Bürger sogar schädliche Maßnahmen werden unter Androhung von Gewalt oder Ausübung von Gewalt durchgesetzt.

Von den Bürgern wird unbedingter Gehorsam eingefordert.

Sinnlose und für die Bürger sogar schädliche Maßnahmen werden klaglos akzeptiert, später sogar vom dem Bürgern selbst eingefordert. Gewalt richtet sich zunehmend gegen Andersdenkende.

Lügen werden mit allen Mitteln aufrecht erhalten. Gegenmeinungen und Andersdenkende werden diffamiert und unterdrückt.

Die Exekutive verdrängt Legislative und Judikative.

Die Exekutive hebt die Verfassung auf.

 

Von Seiten der Menschen

Die Bürger geben Vernunft, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung auf.

Die Bürger unterwerfen sich unter ein allgemeines „das muss ja wohl wahr sein“.

Die Bürger verwandeln sich aus einer Gemeinschaft von Einzelnen in ein monolithisches angstgeladenes Kollektiv.

Die Bürger werden zu Multiplikatoren der vom Staat vorgegeben Narrative.

Die Bürger sehen in Andersdenkenden bedrohliche Feinde.

Die unterworfenen Bürger verwandeln sich in „Unterwerfer“, zunächst mit Denunziation später mit Steinigung.

 

Lesetip: Hannah Arendt „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“

 

 

 

Viele Menschen kommen über ihr eigenes Möglichsein nicht hinaus. Diese Menschen bleiben Ausübung als Erscheinung des Niegewordenseins. Eine waghalsige, fragwürdige stets hochgefährdete Struktur. Angst, Ablenkung, Agieren und Kick verleihen vorläufige Substanz.

(aus gegebenem Anlass überarbeitet: das musste raus!)

 

 

Viele Menschen kommen über ihr eigenes Möglichsein nicht hinaus.

Sie werden nicht.

Diese Menschen bleiben Ausübung als Erscheinung ihres Niegewordenseins. 

Eine waghalsige, fragwürdige, stets hochgefährdete Struktur. 

Angst, Ablenkung, Agieren und dann und wann ein Kick verleihen eine Art vorläufiger Substanz.

Kontrolle und Machtausübung geben Sicherheit.

Dem Gewordenen ist der Wert immanent.

Der Niegewordene erfährt seinen Wert als nur beigemessen.

Der Wert kann jederzeit verlorengehen oder weggenommen werden. 

Ideologien ersetzen das Leben.

Im Hintergrund droht ein großes Zerstörungspotential.

Die Angst zu leben, der Schmerz des Nichtseins, die quälende Wertlosigkeit zusammen mit dem Schrecken, nach einem allzu frühen Tod zu einer schnell vergessenen Leerstelle in der Welt zu werden, ergeben eine explosive Mischung.

Die Spannung der gestauten Energie drängt nach einer Lösung.

Der Niegewordene erlebt das Leben des Gewordenen als Anmassung und als Kränkung.

Das Gewordene wird in der Projektion zum Adressat der zerstörerischen Energie.

Einfacher: das Niegewordene erträgt das Leben nicht.

Das birgt Gefahr, denn die unendlich schmerzendende Spannung des Niegewordenen kommt oft nur zur Ruhe im töten, verletzen, ersticken, verbieten, untersagen, zerstören, ausrotten, vergiften, eliminieren, beschmutzen, verseuchen, zerhacken, verleumden, kontrollieren, reglementieren, beleidigen, unterdrücken, manipulieren und diffamieren.

(Und gelegentlich in der Planung einer Zwangsimpfung für Kinder mit einem potentiell hochgiftigen, unerprobten Impfstoff...)

 

 

Intellektuelle Eitelkeit

Intellektuelle Eitelkeit, insbesondere bei Kulturschaffenden, führt in der Regel, trotz, wenn nicht sogar wegen, oft hoher Intelligenz zu massiver, extrem entnervender, Blödigkeit. Der intellektuell Eitle fordert, ergriffen von seinem eigenen Glanz, eine angemessene Bewunderung und reagiert verstimmt, wenn ihm die Reaktion nicht angemessen genug erscheint. Für den Eitlen ist ein Mangel an Ergriffenheit bei seinem „Publikum“ ein Beweis für dessen geistige Minderwertigkeit.

Mit Personen von ähnlicher Struktur tritt der intellektuell Eitle in Konkurrenz und wird umgekehrt von diesen herausgefordert.

(Eine gewisse intellektuelle Eitelkeit kann ich mir, fürchte ich, auch nicht absprechen. Falls das so sein sollte, sind bei mir aber keinerlei bedenkliche Symptome zu beobachten!)

 

 

Eigene Impulse und Gedanken, Handeln und Fühlen beobachten!

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt grundlegende Lebens-Motive.

 

 

Der Regisseur kommt im Film nicht als Akteur vor. Das Leben ist der Film. Wer ist der Regisseur?

 

 

Statt Animal rationale, jetzt Animal neuronale oder hormonale!

Das bestimmende Merkmal ist nicht mehr Vernunft, sondern Drüse!

Anstelle von Verstehen, verarbeiten von Informationen.

Je komplexer, sagte das Neuron, desto ich.

 

 

Ein Ritual führt nicht zu neuen Erfahrungen oder zu einem neuem Erleben. Das Ritual ist nicht schöpferisch. Es ist immer ein Zitat eines Glaubenssatzes oder einer Tradition.

Durch Rituale werden Grundformen des Kollektiven gestiftet.

Die Gefahr: Leben als Ausübung von Gemeinschaftlichem. Kollektive scheinen auf im Verbrauch von Eigenart.

 

 

Maupassant: "Politiker belügen Journalisten und glauben später was in der Zeitung steht."

 

 

Wenn die Wissenschaft nur noch ein Werden postuliert, bleibt vom Sein ein performativer Akt.

 

 

Das Ungelebte scheint auf im Verbrauch des Lebendigen.

Die Ausübung als Erscheinung des Uneigentlichen verbraucht das Eigentliche.

Wen wundert der Raubbau an der Welt?

 

 

Die Hauptbewegung der Reformation: das Festhalten des Mittelalters gegen die auflösenden Impulse der Renaissance. Die Aufklärung ist aufgehalten worden.

Die letzten Wochen deuten darauf hin, dass es nie eine Aufklärung gegeben hat. Allenfalls als „Szenario“!

Wir leben noch im Mittelalter. Die Neuzeit erweist sich als Illusion.

 

 

Hannah Arendt: „...man unterscheidet unter Politikern Lügner und Verlogene..."

Lügen und Verlogenes: diese Unterscheidung ist weithin das einzige Kriterium bei der Beurteilung dessen, was heute der Öffentlichkeit präsentiert wird.

 

 

Überzeugung 

Überzeugt sein heisst, sich gegenüber dem Inhalt eines Argumentes zu beugen

englisch: to be convinced (lat. convincere) heisst dem entsprechend, und gewissermassen deutlicher, „besiegt sein“

Diese Definition kann man gelten lassen. Selbstverständlich ist sie polemisch.

 

Eine Überzeugung hat nichts mit dem Wissen einer Wahrheit zu tun, sondern bedeutet genau dies: das man sich der Argumentation, das etwas wahr sei, beugt, also unterwirft, weniger scharf und polemisch formuliert: dass man die Aussage akzeptiert.

So kann man durchaus von einem Glauben überzeugt sein oder auch von einer Lüge, zufällig auch von etwas Wahrem.

Wenn man zum Beispiel sagt, man sei überzeugt von etwas, ist das etwas anderes, als zu sagen, man wisse, etwas sei wahr.

Dem „überzeugt sein“ haftet immer noch ein Bedeutungsrest von „glauben an etwas“ an. Deutlich wird das beim Begriff der „Glaubensüberzeugung“, den die christliche Lehre verwendet, um die innere Gewissheit des Gläubigen über die Wirksamkeit der Sakramente auszudrücken. Man könnte also einerseits sagen, es handelt sich bei der Glaubensüberzeugung um ein Glauben. Andererseits aber um ein so überaus machtvollen Glauben, das gewissermassen durch das Wort Gottes garantiert ist. So aufgeladen ist dieser Glaube, dass er zur Überzeugung gerinnt und damit „Wahr“ wird. Das Beispiel beschreibt den Vorgang der Aufwertung von einem Glauben in eine Überzeugung auf grundsätzliche Weise.

Der Überzeugte wird bei diesem geistigen Akt zur Ausübung als Erscheinung des Inhalts der Überzeugung. Der Überzeugte transformiert zur Erscheinung der Überzeugung. Oft erkennt man an Mimik und Gestik des Überzeugten die Ernsthaftigkeit und Bedeutsamkeit mit der er diese innere Erfahrung erlebt. Besonders auffallend sind die Veränderung der Körpersprache, wenn zur Verstärkung betont wird, ma sei „zutiefst“ überzeugt oder sogar „völlig überwältigt von der Überzeugungskraft“ der Argumentation. Worin sich verdeutlicht, dass der Überzeugte in der Ausübung der Übertragung zum Vehikel, man könnte sogar sagen, zur Larve der Überzeugung wird. Dabei scheint die Überzeugung zu einem wesentlichen Anteil der Identität zu werden und kann schon deshalb nicht so ohne Weiteres in Frage gestellt oder sogar gewechselt werden.

Der Anklang des Glaubensanteils im „überzeugt sein“ ist meiner Meinung nach der Grund dafür, das Überzeugungen nach Wiederholtwerden drängen und sich durch Übertragungen auf Andere ausbreiten (siehe unten: Bild vom Virus). Es scheint so, als ließe sich durch Vervielfältigung und Ausbreitung der Überzeugung ein höherer Wahrheitswert gewinnen.

Störende Impulse des Empfindens, des Gewissens oder der Vernunft lassen sich leichter durch ein „Wir“ abwehren. Überzeugungen sind notwendig beim Entstehen von Ideologien.

Ein anschauliches Bild für den Vorgang des Überzeugens liefert das Virus, das sich nur reproduzieren kann, wenn es ihm gelingt, in eine Zelle eines lebenden Organismus einzudringen und diese dann dazu zu veranlassen, nicht mehr die eigene DNS zu duplizieren, sondern nurmehr, die vom Virus in ihren Kern eingeschleuste Information, zu replizieren. So entstehen mehr neue Viren, anstelle von Zellen mit eigenem Erbgut. Gewissermassen „überzeugt“ der Virus die Zelle.

Der Überzeugte ist aus seinem Empfinden, also aus der Orientierung aus sich selbst, ausgeschlossen. Dies ist ein seelisches Geschehen, analog zu dem Vorgang in der Zelle, die nicht mehr aus der eigenen Ordnung heraus lebt, sondern den Virus repliziert.

In der Folge wiederholt der Überzeugte nur noch die Information der Sachverhalte, von denen er überzeugt wurde (und nun ist), anstatt sich aus sich selbst zu orientieren und seinem Empfinden zu folgen, im Sinne des „In SICH Findens“. Der Überzeugte wird zu einem Reiz-Reaktions-Mechanismus gemäß der Überzeugung, der er sich beugte und die er übernommen hat. Genau dies meint „Ausübung als Erscheinung“!

Infragestellung oder Zweifel wird nur schwer ertragen und meist mit Hinweis auf das Wahre des Inhalts der Überzeugung abgewehrt.

Überzeugung schliesst das Empfinden als Grundbedingung des „Aus-sich-Zeugens“ aus. Die eigene Urteilsfähigkeit wird dadurch aufgehoben. Denken und Leben steht unter dem Diktum der Information.

Den Überzeugten von seiner Überzeugung zu befreien und zu eigenem Empfinden und Urteilen und damit zu seiner Wahrheitsfähigkeit zurück zu führen, geht ohne die eigene Bereitschaft des Überzeugten nicht. Dabei ist zu bedenken, „überzeugt sein“ führt immer in Kollektive, da Überzeugungen wie Viren sich durch die Reproduktion durch Kapern des Empfindens oder der Zelle durch Überzeugen vervielfältigen. Im Übrigen lässt sich das „lästige“ Element des Glaubens in der Überzeugung gemeinsam leichter verdrängen.

Deshalb steht bei dem Versuch einer Befreiung immer die Auseinandersetzung mit einem Kollektiv an. Diese kann man allein eigentlich nicht gewinnen. Wer mir bis hierher hat folgen können, kennt die radikale Feindseligkeit, die einem entgegen gebracht wird, wenn man mit Überzeugungen nicht überein stimmt oder sie sogar kritisiert.

Wahrheit gelangt nicht durch Überzeugung zur Geltung, sondern durch ihre Evidenz bei kritischer Betrachtung durch die Vernunft.

 

 

Wir Menschen sind in unterschiedlichem Maße Umweltreizen ausgeliefert. Die Reaktion auf diese Reize kann durch Prozesse des Lernens oder der Selbstreflexion beeinflusst werden. So kann sich die Freiheit eines autonomeren Menschen in Körper und Gesellschaft ausdrücken. (s. Kant)

 

 

Gotteserkenntnis oder Hohe Erkenntnis: Erkennender und Erkenntnisobjekt fallen zusammen. In der Erkenntnis Gottes gibt es keinen Erkennenden.

 

 

Schicksal ist die Summe der Ausübung des eigenen Daseins und der eigenen Anlagen in Raum und Zeit. Meistens erlebt man allerdings nur die, im Laufe des Lebens auftretenden, notwendigen Korrekturen als Schicksal.

Das Schicksal ist die bewegte Verflechtung und die zeitliche Ordnung all dessen, was als Anlage in uns auf Vollzug hin ausgerichtet ist.

 

 

Liebe ist der letzte Grund dafür, das Erkenntnis überhaupt möglich ist.

 

 

Sich radikal mit der eigenen Sterblichkeit auseinander zu setzen, heißt, sich mit Gedanken zu konfrontieren wie: „dem Vergessen anheim fallen“, „eine Leerstelle in der Welt zu sein“. Dies befreit von der Anstrengung, die Tatsache des eigenen Todes zu verdrängen. Die dadurch freigesetzte Energie fliesst in das Leben ein.

 

 

„Die Realisierung von Unhörbarem und Unsichtbarem ist nirgends anders möglich als im Hörbaren und Sichtbaren.“

 

 

9.4.2020

Mangelhafte Nutzung der Vernunft geht immer einher mit unterentwickeltem Schamgefühl; in der Außenwirkung zeigt sich diese defiziente Mischung in Form von selbstbewußtem Auftreten und demonstrativer Durchsetzungsstärke; oft gepaart mit ausgeprägtem Narzissmus.

Dabei schimmert für denjenigen, „der Augen hat zu sehen“ immer eine gewisse Roheit und Blödigkeit durch.

Was sagt das dominante Auftreten dieser Anlagekombination bei erfolgreichen Menschen, insbesondere bei sogenannten Eliten über unsere Gesellschaft aus?

Und was sagt die große Bewunderung und Ehrerbietung vieler unserer Mitmenschen zu den Eliten über unsere Gesellschaft aus?

 

 

Dasein wird verbraucht, wenn man von Staatswegen dazu gezwungen wird, Erscheinung von Angst zu werden.

Dasein wird verbraucht, wenn man von Staatswegen dazu gezwungen wird, Teil einer Inszenierung zu werden.

Von Wut, Verzweiflung und Trauer soll nicht geredet werden.

 

 

Du kannst Nacktschnecken nicht erklären, warum sie Deinen Salat nicht fressen sollen.

 

 

Mir scheint, die Gattung "Mensch" unterteilt sich in:

Menschen (höchst unvollkommen, stets in der Gefahr zu scheitern)

Aspiranten (die immer wieder an Kants Aufforderung, "Aufklärung ist der Ausgang aus der eigene Unmündigkeit" erinnert werden müssen; Kant's Charakterisierung: faul und feige!)

Hominiden (Reiz-Reaktion-getriebene Instinktwesen)

 

 

Zunächst muss man der Erkenntnis standhalten, dass wir Raubaffen sind.

Dann muss man den Affen in die Fesseln der Vernunft schlagen.

Dann darf man auf keinen Fall vergessen, dass der Affe immer noch da ist und bei Unaufmerksamkeit die Kontrolle übernimmt.

(Und zu unserem Entsetzen erleben wir ja in der heutigen Zeit, wie schnell der Raubaffe wieder die ganze Welt erobert.)

Man muss voller Demut anerkennen und einsehen, dass die Gattung Mensch allenfalls ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem Homo sapiens ist, der seinen Namen zurecht trägt.